Festplatten-Preise 2026: Warum Festplatten und SSDs so teuer sind

Balkendiagramm zum Preisanstieg von Festplatten und SSDs seit September 2025

Hallo! Wer gerade eine neue Festplatte oder SSD kaufen möchte, reibt sich oft die Augen: Dasselbe Modell, das vor einem Jahr noch günstig war, kostet heute ein Vielfaches. Das ist kein Zufall und auch keine Laune einzelner Händler. In diesem Ratgeber erfährst du, wie stark die Preise gestiegen sind, was dahintersteckt, ob ein Ende in Sicht ist und was du jetzt ganz praktisch tun kannst.

Kurz zusammengefasst: Festplatten und SSDs sind deutlich teurer als im Vorjahr, viele beliebte Modelle kosten heute ein Vielfaches. Der Grund sind KI-Rechenzentren, die einen Großteil der Produktion aufkaufen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht, die Preise steigen aber inzwischen langsamer.

Wie stark sind die Festplattenpreise gestiegen?

Sehr stark: Beliebte Festplatten im deutschen Handel sind gegenüber dem Vorjahr erheblich teurer geworden. Viele Modelle kosten heute deutlich mehr als vor einem Jahr.

Diese Steigerung betrifft nicht nur einzelne Exoten, sondern genau die Platten, die viele kaufen: NAS-Festplatten mit 4 oder 8 TB, große Desktop-Platten und auch externe Laufwerke.

Auffällig ist, dass besonders große Kapazitäten stark zugelegt haben. Genau diese Platten sind bei Rechenzentren gefragt. Kleinere Modelle sind ebenfalls teurer geworden, aber oft etwas weniger stark.

Wichtig ist auch die Richtung der Kurve: Zuletzt sind die Preise langsamer gestiegen als zuvor. Von einem Rückgang kann aber noch keine Rede sein.

Sind SSDs auch teurer geworden?

Ja, ähnlich stark. Damit haben Flash-Speicher praktisch denselben Weg genommen wie Festplatten.

Bekannte Beispiele sind die Samsung 990 EVO Plus mit 2 TB und die Kingston NV3 mit 1 TB. Beide kosten heute spürbar mehr als im Vorjahr. Das betrifft interne NVMe-SSDs ebenso wie externe Modelle, denn in beiden steckt derselbe NAND-Flash.

Für dich bedeutet das: Ein Ausweichen auf SSDs spart kein Geld. Der Abstand beim Preis pro Terabyte zwischen SSD und Festplatte ist ungefähr gleich geblieben. Für große Datenmengen ist die Festplatte deshalb weiterhin die günstigere Wahl. Wann eine SSD trotzdem sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber SSD oder HDD 2026.

Warum sind Festplatten so teuer?

Weil die Nachfrage von KI-Rechenzentren die Produktion übersteigt. Große Teile der Produktion gehen an Rechenzentren. Für den normalen Handel bleibt weniger übrig.

Zwei gestapelte 3,5-Zoll-Festplatten, oben eine WD Blue mit 3 TB
Zwei 3,5-Zoll-Festplatten, oben eine WD Blue mit 3 TB.

Weltweit gibt es nur noch drei Hersteller von Festplatten: Western Digital, Seagate und Toshiba. Diese wenigen Firmen beliefern den gesamten Markt, vom Laptop-Laufwerk bis zur riesigen Rechenzentrumsplatte. Wenn ein großer Kunde fast die gesamte Produktion bucht, wird es für alle anderen knapp.

Genau das passiert gerade. Große Cloud-Anbieter speichern gewaltige Datenmengen, um KI-Modelle zu trainieren und zu betreiben. Dafür brauchen sie Festplatten mit sehr hoher Kapazität, und zwar in riesigen Stückzahlen. Teilweise laufen die Lieferverträge über mehrere Jahre. Neue Werke entstehen nicht von heute auf morgen, denn ihr Bau dauert Jahre.

Hinzu kommt ein Dominoeffekt: Wo Festplatten fehlen, weichen Rechenzentren auf große SSDs aus. Dadurch steigt auch die Nachfrage nach Flash-Speicher, und dessen Preise ziehen ebenfalls an. Am Ende sind Privatkunden in beiden Bereichen betroffen.

Gut zu wissen: Externe Festplatten sind von der Knappheit genauso betroffen wie interne. Im Gehäuse einer WD Elements oder Seagate Expansion stecken dieselben Laufwerke, die auch einzeln verkauft werden.

Gibt es Hoffnung auf sinkende Preise?

Langfristig ja, kurzfristig eher nicht. Ein Ausbau der Produktion braucht Zeit. Bis dahin bleibt das Angebot knapp, weshalb eine schnelle Rückkehr zu den Preisen von 2025 unwahrscheinlich ist.

Mehr Produktion führt erst dann zu niedrigeren Preisen, wenn die neuen Kapazitäten tatsächlich laufen und die Nachfrage nicht im selben Maß weiter wächst. Beides ist heute schwer vorherzusagen. Sicher ist nur, dass der Preisanstieg zuletzt flacher geworden ist. Das ist ein erstes Signal, dass sich der Markt allmählich einpendelt.

Wer auf deutlich günstigere Preise hofft, sollte deshalb eher in Jahren als in Monaten denken. Einzelne Aktionen, etwa rund um den Black Friday, können trotzdem Gelegenheiten bieten. Vergleiche dabei immer den Preis pro Terabyte mit den Wochen zuvor, damit du echte Angebote erkennst.

Was bedeutet das für externe Festplatten?

Externe Festplatten schwanken im Preis stärker als früher, und beliebte Kapazitäten sind manchmal kurz vergriffen. Rechne deshalb immer den Preis pro Terabyte aus und vergleiche mehrere Größen. Oft ist die nächstgrößere Platte pro Terabyte günstiger.

Günstig pro TB sind zum Beispiel die WD Elements Desktop 18 TB* und mobil die Seagate 5 TB tragbare Festplatte*. Desktop-Platten mit 3,5 Zoll und eigenem Netzteil bieten grundsätzlich mehr Speicher fürs Geld als mobile 2,5-Zoll-Modelle. Mobile Platten sind dafür handlicher und brauchen keine Steckdose.

Weil sich die Preise häufig ändern, lohnt sich ein Blick in die Preis-pro-TB-Tabelle, bevor du kaufst. Dort siehst du auf einen Blick, welche Modelle aktuell am meisten Speicher pro Euro bieten.

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Wie rechnest du den Preis pro Terabyte aus?

Teile den Kaufpreis durch die Kapazität in Terabyte. Eine Platte mit 8 TB, die doppelt so viel kostet wie eine mit 4 TB, hat denselben Preis pro TB. Kostet sie weniger als das Doppelte, ist die größere Platte pro Terabyte günstiger.

Gerade in Zeiten schwankender Preise ist diese einfache Rechnung dein bestes Werkzeug. Der Gesamtpreis allein sagt wenig aus, denn eine größere Platte ist natürlich teurer. Erst der Preis pro Terabyte zeigt, wie viel Speicher du für dein Geld bekommst. Ein Taschenrechner auf dem Smartphone reicht dafür völlig.

Rechne am besten zwei oder drei Größen desselben Modells durch und dazu ein vergleichbares Modell einer anderen Marke. Oft zeigt sich dabei, dass eine mittlere Größe das beste Verhältnis bietet und die ganz große Platte pro Terabyte wieder teurer wird. Das liegt daran, dass sehr große Kapazitäten gerade besonders gefragt sind.

Beachte aber auch deinen tatsächlichen Bedarf. Eine größere Platte ist pro Terabyte vielleicht günstiger, aber wenn du den Platz in den nächsten Jahren nicht füllst, hast du trotzdem mehr Geld ausgegeben als nötig. Wie du Kapazität und Kosten sinnvoll abwägst, erklärt der Ratgeber Kapazität pro Euro.

Welche Laufwerke sind besonders betroffen?

Am stärksten gestiegen sind sehr große Festplatten wie die Seagate BarraCuda mit 24 TB, weil Rechenzentren vor allem hohe Kapazitäten kaufen. Auch NAS-Platten mit 4 bis 8 TB sind deutlich teurer geworden. Bei SSDs sind auch einfache NVMe-Modelle mit 1 und 2 TB deutlich teurer geworden.

Für Privatkunden ist das eine schwierige Lage, denn genau die großen Platten waren bisher die günstigste Art, viel Speicher zu kaufen. Mobile 2,5-Zoll-Festplatten sind ebenfalls teurer geworden, werden aber von Rechenzentren kaum genutzt. Bei ihnen hängt der Preis stärker vom allgemeinen Markt ab.

Für dich heißt das: Schau nicht nur auf die größte verfügbare Platte. Oft lohnt sich eine mittlere Größe mehr, oder du kombinierst zwei kleinere Laufwerke, etwa eine Platte für das Backup und eine zweite für dein Archiv. So verteilst du gleichzeitig das Risiko, denn fällt ein Laufwerk aus, ist nicht gleich alles betroffen. Auch eine ältere, noch fehlerfreie Platte kann als zusätzliches Backup weiterlaufen, statt sofort ersetzt zu werden.

Wie findest du trotz hoher Preise ein gutes Angebot?

Nutze Preisvergleichsportale wie Geizhals oder Idealo. Beide zeigen zu vielen Laufwerken einen Preisverlauf an. Daran erkennst du, ob der aktuelle Preis eher am unteren oder am oberen Ende der letzten Wochen liegt. Viele Portale bieten außerdem einen Preisalarm, der dich benachrichtigt, sobald ein Wunschmodell unter einen selbst gewählten Betrag fällt.

Achte beim Vergleich auf die genaue Modellbezeichnung. Hinter ähnlichen Namen stecken teils unterschiedliche Laufwerke, etwa mit anderer Drehzahl, anderem Cache oder anderer Aufzeichnungstechnik. Bei NAS-Festplatten ist CMR statt SMR wichtig, weil SMR-Platten beim Wiederherstellen eines RAID deutlich langsamer arbeiten können. Ein vermeintlich günstiges Angebot ist nur dann eines, wenn das Laufwerk auch zu deinem Einsatz passt.

Prüfe auch den Verkäufer. Bei Marktplatzhändlern können Garantieabwicklung und Rückgabe anders laufen als beim Händler selbst. Die Herstellergarantie gilt in der Regel nur für Neuware aus dem offiziellen Vertrieb. Wirbt ein Händler mit einer Preissenkung, muss er nach der Preisangabenverordnung den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage als Vergleich nennen. Das hilft, echte Rabatte von bloß hohen Streichpreisen zu unterscheiden.

Was kannst du jetzt tun?

Kauf nur, was du in den nächsten 12 Monaten wirklich füllst, räume vorhandene Platten auf und prüf Alternativen wie andere Marken oder rezertifizierte Laufwerke. Für kleine Datenmengen kann eine externe SSD sinnvoll sein.

  • Bedarf realistisch planen: Kauf die Größe, die du in den nächsten 12 Monaten brauchst, nicht für die nächsten fünf Jahre.
  • Aufräumen: Doppelte Fotos, alte Downloads und überholte Backups belegen oft erstaunlich viel Platz.
  • Marken vergleichen: Toshiba, Intenso oder Seagate sind oft günstiger als Western Digital.
  • Rezertifizierte Laufwerke prüfen: Für ein zweites Backup oder ein NAS mit RAID können sie eine Alternative sein, mehr dazu unter Refurbished und Alternativen.
  • Backup nicht aufschieben: Hast du gar keine Sicherung, kauf jetzt. Ein Datenverlust ist teurer als jeder Preisanstieg.
Tipp: Notiere dir den Preis pro Terabyte von zwei oder drei Wunschmodellen. So erkennst du bei Aktionen sofort, ob ein Angebot wirklich günstiger ist oder nur ein durchgestrichener Fantasiepreis.

Ob du jetzt kaufen oder lieber abwarten solltest, hängt vor allem davon ab, ob deine Daten gerade gesichert sind. Eine ausführliche Entscheidungshilfe findest du im Ratgeber Jetzt kaufen oder warten?.

Weiterlesen: Jetzt kaufen oder warten? · Kapazität pro Euro · Preis pro TB

Häufige Fragen

Die wichtigsten Antworten in Kürze.

Werden Festplatten bald wieder billiger?

Das ist offen. Die Hersteller haben große Teile ihrer Produktion langfristig an Rechenzentren vergeben. Mit einer schnellen Rückkehr zu den Preisen von 2025 ist eher nicht zu rechnen.

Sind SSDs auch teurer geworden?

Ja. SSDs liegen ähnlich deutlich über dem Vorjahresniveau wie Festplatten.

Sind externe Festplatten auch betroffen?

Ja. Sie nutzen dieselben Laufwerke und Lieferketten wie interne Platten. Preise und Verfügbarkeit schwanken deshalb stärker als früher.

Warum kaufen KI-Rechenzentren so viele Festplatten?

Sie speichern riesige Mengen an Trainings- und Nutzerdaten. Festplatten mit hoher Kapazität sind dafür pro Terabyte am günstigsten, deshalb buchen Cloud-Anbieter große Teile der Produktion.

Lohnt sich jetzt der Umstieg auf eine SSD?

Nur bei kleinen Datenmengen oder wenn dir Tempo wichtig ist. Der Preisabstand pro Terabyte zur Festplatte ist etwa gleich geblieben, für große Backups bleibt die HDD günstiger.

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3 Kommentare zu „Festplatten-Preise 2026: Warum Festplatten und SSDs so teuer sind“

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