WD Green und WD Blue anstatt WD Red im NAS

externe-festplatten-tester_wdVor kurzem habe ich bereits etwas zu meinem neuen NAS und meinen verwendeten Festplatten geschrieben. Und dem möchte ich nun noch etwas hinzufügen. Ich besitze zwei WD Red Festplatten, eine WD Green und nun auch eine WD Blue HDD. Warum ich derzeit in einem aktuellen Synology DS 415+ NAS immer mehr Desktop Festplatten einsetze, möchte ich gerne in diesem kurzen Artikel beschreiben.

Das Problem mit Desktop Festplatten

Erst gestern wurde die neue DSM 6.0 beta 2 (6.0-7274) veröffentlich und erst wenige Tage zuvor habe ich meine erste WD Blue 3TB Festplatte erhalten. Und genau dazu gibt es interessantes zu berichten. Wie ich bereits im vorherigen Artikel geschrieben habe, haben die nicht NAS Festplatten von Western Digital ein Hauptproblem, was viele User zu den WD Red Platten greifen lässt: der Load Cycle Count (LCC). Jeder paar Sekunden im Leerlauf wird der Lesekopf geparkt. Nach etwa einem Jahr im NAS sammeln sich da schon mal 300.000 LCC an. Das Problem ist, dass die WD Green und WD Blue für 300.000 LCC ausgelegt sind. So sind diese Festplatten fehleranfälliger als WD Red oder andere NAS Festplatten.

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Doch keine Probleme mit Desktop Festplatten

Seitdem ich dann aber mein neues Synology NAS DS415+ hatte und ich meine alte WD Green dort wieder verbaut habe, stellte ich fest, dass die WD Green kaum noch LCC sammeln geht. Etwa 6.000 LCC sammelt die WD Green in meiner DS415+ im Jahr. Das ist vollkommen okay. Aber Warum?

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Synology’s DSM

Zu beginn habe ich gleich die erste Beta von DSM 6.0 (7135) auf der DS415+ installiert. Hier lief die WD Green wie die WD Red, keine Probleme mehr. Dann habe ich das Nachfolgemodell der WD Green, eine WD Blue gekauft und ebenso im NAS verbaut. Innerhalb von einem Tag sammelte diese dann locker 500 LCC, was dauerhaft so nicht sein sollte. Gerade als ich mir überlegt habe die WD Blue anderweitig zu nutzen, kam die neue DSM 6.0 beta 2 (7274). Nach diesem Update sammelt die WD Blue nun nur noch soviel LCC wie die WD Green, etwa 20 LCC am Tag, was vollkommen okay ist.

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Also hat offensichtlich Synology durch die neue Software auch das neue WD Blue Modell hinzugefügt und behandelt diese Festplatte – auf welcher Software Ebene auch immer – als Desktop HDD und schont diese durch eine „besondere Behandlung“. Dadurch kann ich nun doch bedenkenlos die WD Blue im NAS einsetzen.

Unterschiede zwischen WD Green und WD Blue

Die beiden Datenträger WD Green 4 TB WD40EZRX und die 3TB WD Blue WD30EZRZ haben beide die gleiche Firmware 80.00A80 installiert. Außerdem laufen beide Platten fast mit der gleichen Temperatur und Laufruhe. Mit anderen Worten, es gibt quasi keinen Unterschied, außer das ggf. das Betriebssystem die Platten anders erkennt.

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Warum nun noch WD Red und nicht WD Green oder WD Blue kaufen?

Das ist natürlich die nächste Frage. Zunächst laufen die WD Red Festplatten etwa 2-3 Grad kühler. In meiner DS415+, wo die Platten meistens bei etwa 30°C durchgehend laufen, ist das quasi unrelevant. Auch vom Stromverbrauch her nehmen sich alle drei Platten nichts.

WD Red in Synology DS415+ NAS

Meine beiden WD Red Festplatten, die 3TB WD30EFRX und die 4TB WD40EFRX haben die Firmware 82.00A82 installiert und laufen sehr ruhig und kühl. Zudem haben sie 3 Jahre Herstellergarantie und damit 1 Jahr mehr als die WD Green und die Blue.

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Außerdem hat die WD Red eine NASware, also auf ein NAS und ein RAID zugeschnittene Firmware installiert. Dadurch werden defekte Sektoren schneller als defekt erkannt und es finden hier weniger Leseversuche statt. Ein RAID System kommt so besser mit WD Red Festplatten klar. Ob das in der Praxis wirklich einen Unterschied macht, kann ich nicht sagen. Leider sind die Red auch wieder etwas teurer als Desktops Platten.

Daher kann man wohl immer eine WD Red mit gutem Gewissen für ein NAS weiterempfehlen, was im Internet auch reichlich gemacht wird. Die Frage die sich mir aber stellt ist, ob es auch spürbare Nachteile gibt, wenn ich unter den oben genannten Bedingungen WD Green und WD Blue HDD einsetze?

Und diese Frage muss ich mit: „NEIN, bislang nicht!“ beantworten. Trotzdem sollte jeder für sich entscheiden welche Festplatten er kauft.

Nutzt du Desktop Festplatten in deinem NAS und wie sind deine Erfahrungen dazu?

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12 Gedanken zu “WD Green und WD Blue anstatt WD Red im NAS

  1. Ich habe ebenfalls seit Mitte 2012 in einem Celvin Q800 WD Green (2x2TB) und Seagate (2x2TB, genaue Bezeichnung weiß ich nicht mehr, aber es waren Standard Desktop Platten) laufen. Keinerlei Probleme. LLC bei allen Platten deutet auf rund 1000/a hin.

    • Danke für das Feedback, joDi!

      Das hört sich sehr interessant an. Liefen die Festplatten durch oder haben Sie sich häufig in den Standby gefahren?

  2. Ich bin immer wieder froh um so „Nerds“ wie euch hier, die sich die Mühe machen, ihr Wissen und Erfahrungen ins Netz zu stellen. Organisiere mir grad zum ersten Mal in meinem Leben ein NAS (Idee: Datenbackup, Daten von 2-3 Geräten zugreifbar, Photos & Musik – habe ein Sonos an einem Platz…) und habe nur recht rudimentäres Wissen was so Hardware angeht. Diese Beiträge helfen mir deutlich, mich im Angebotsdschungel besser zurechtzufinden. Mercischön!

  3. Hi, also ich habe bisher mit WD Desktop HDDs in einem Raid-System teils gute und teils schlechte Erfahrung gemacht. Hatte mal eine die kurz nach der Garantie ( ja ich weiss, der running-gag schlecht hin) einen Defekt hatte. Da ist damals die Platine durchgewesen und die Köpfe haben nicht mehr gearbeitet. Nicht mal ein Tausch einer Platine hat ewas mehr bringen können. seit 3 Jahren habe ich zwei WD Green im Raid die naja, nach einem Jahr auch bereits auffällig laut sind (klickern etc.).
    Diese sollen jetzt in meine neue Zyxel NAS und habe auch eine WD Red seit gestern.
    Ob die länger oder besser arbeitet als die Green, weiss ich nicht im Moment, aber was ich weiss ist, dass ich eine Desktop HDD von Samsung seit 2009 bis 2016 als interne in Betrieb hatte und bis heute als externe sauber funktioniert. Früher hatte ich nie Probleme mit WD, heute hab ich zwar noch immer vertrauen aber es hat alles so einen Beigeschmack.

  4. Ich muss hier auch mal was zu schreiben, und zwar habe ich mir 2009 eine WD Diskstation gekauft, in dieser waren vier WDC WD10EACS-00D6B1 (WD Green 1TB) verbaut. Bis 2014 liefen die in der Diskstation danach in eine 19″ 16Bay Rack, immer 24/7 und bis jetzt halten die sich recht Tapfer.

    Desweiteren laufen seit 2014 sechs SAMSUNG HD204UI (Samsung EcoGreen F4 2TB) und bei denen kommt es jetzt zu den ersten ausfällen (es lebe HotSpare).

    Desweiteren sind 2015 vier WDC WD2003FYPS-27W9B0 (WD RE4-GP 2TB) dazugekommen, die haben aber von anfang an immer rum gezickt, da der RAID Controller die immer aus den RAID geschmissen hat, weil die SMART Werte und der ReadErro immer an die Grenzen gestoßen sind, vermute aber das es sich bei den Platten eh um rückläufer oder refurbished handelt, weil die echt günstig waren.

    Mein Fazit daraus ist, das man im privat Bereich kann man ruhigen gewissen auf Desktop Platten für ein NAS (RAID) zurück greifen. Da dort ja selten permanent auf NAS zugegriffen wird und somit die Platten die meiste Zeit im schlafmodus verbringen.

    In einer Umgebung wo öffter aufs NAS zugegriffen wird (mehrere User zu unterschiedlichen Zeiten) sollte man doch zu den NAS Festplatten greifen, einmal wegen der längeren Garantie und auch weil die Firmware dieser Platten besser für 24/7 Betrieb aufgelegt ist. Im professionellen Bereich stellt sich die Frage nicht, genauso wie man dort kein JBOD benutzt.

    • Mein NAS läuft nun wegen Cloud-Backups seit drei Monaten mit einer WD-Green und einer WD-Blue durch, bislang noch immer alles Tacco 🙂

  5. Hi Alex,
    danke für den richtig guten Artikel zum Thema WD Red, Green und Blue Im Kontext einer Synology-NAS!

    Ich habe folgende Situation:
    Ich will mir eine DS416j rein für Backup-Zwecke (gesichert wird eine DS414) zulegen, d.h. das NAS läuft dauerhaft täglich (nachts) vielleicht eine Stunde…

    Jetzt habe ich allerdings für die DS416j 2 x WD Green 4 TB (WD40EZRX) und 1 x WD Green 2 TB (WD20EZRX) „übrig“, die ich in dem Fall als JBOD konfigurieren will.

    Laut Synology-Kompatibiliätsliste sind diese Platten für die DS416j angeblich nicht geeignet.

    Ich frage mich allerdings, ob die Platten für meinen Zweck – kein Dauereinsatz – nicht doch geeignet sind.

    Ansonsten würde ich überlegen, mir eine DS416 zuzulegen und die DS414 für die Sicherung einzusetzen (da sind die WD Green seitens Synology „zugelassen“). Allerdings ist die DS416 auch gut 100 € teuerer…

    Beste Grüße
    Pete

    • Die WD green kannst du natürlich als Backupplatten nutzen. Wie gesagt, ich nutze diese sogar als 24/7 Platten ohne Probleme. Ob du nun eine DS416j oder DS416 kaufst, würde ich nicht von den Platten abhängig machen.

      Ich habe übrigens nun selbst eine DS416play. Zur play musste ich greifen, da diese größere Partitionen unterstützt.

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